Sonnenschein, Gemeinschaft und gelebte Tradition beim Sommertagszug

Bericht von Dilsberg.de 24. März 2026

Bei bestem Frühlingswetter fand am vergangenen Sonntag der traditionelle Sommertagszug in Dilsberg statt und lockte zahlreiche Teilnehmer und Zuschauer auf den Berg.

Schon bevor es losging, herrschte eine fröhliche, erwartungsvolle Stimmung: Viele Kinder und Familien versammelten sich mit liebevoll gestalteten, bunten Sommertagsstecken in der Bergfeste vor dem Feuerwehrhaus.

Die Dilsberger Nachtwächter verteilten die beliebten Sommertagsbrezeln an die Teilnehmer. Ein Schmuck für die Stecken oder für den direkten Verzehr.

Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Umzug, angeführt vom Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg, in Bewegung. Walter Nußko dirigierte die Kapelle durch die Gassen der Feste.

Der Weg führte über die Obere Straße und entlang der Unteren Straße, vor da aus ging es durch den Torbogen hinaus zum Ziel, dem Tuchbleichenplatz.

Begleitet wurde der Tross von guter Laune und vielen fröhlichen Gesichtern. Entlang der Wegstrecke standen Bewohner und Zuschauer, winkten und sangen mit. Auch an vielen Fenstern waren freudige Gesichter zu sehen.

An der Tuchbleiche angekommen, wartete ein abwechslungsreiches Programm. Der Kindergarten St. Angela begeisterte mit einer liebevoll einstudierten Aufführung. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern präsentierten die Kinder zunächst eine schwungvolle Tanzeinlage, bevor anschließend unter Gitarrenbegleitung gemeinsam gesungen wurde – ein Auftritt, der für viel Applaus sorgte.

Im Anschluss begrüßte Ortsvorsteher Andreas Erles offiziell alle Besucher. In seiner Ansprache hob er insbesondere das große Engagement der örtlichen Vereine hervor und sprach von einem „Mammutwochenende“ für den Musikverein. Dieser hatte am Vorabend sein Frühjahrskonzert in der Graf-von-Laufen-Halle veranstaltet und war nach dem Abbau am Sonntagmorgen direkt wieder im Einsatz beim Sommertagszug. Auch der Schützenverein war dabei und stellte traditionell die symbolischen Figuren für Winter und Sommer.

 

Ein besonderer Höhepunkt war das kontrollierte Abbrennen des Schneemanns, das die Jugendfeuerwehr Dilsberg professionell begleitete. Mit lodernden Flammen verabschiedeten die Dilsberger den Winter – ein Moment, den viele Zuschauer und vor allem die Kindern gespannt verfolgten. Gleichzeitig zeigte die Jugendfeuerwehr auch ihr Engagement beim Umzug selbst, indem sie mit einem eigenen Wagen teilnahm.

Im Anschluss klang der Nachmittag in geselliger Runde aus. In und vor der Tuchbleichenhalle wurde bei hausgemachtem Kuchen und frisch gebrühtem Kaffee, organisiert vom Musikverein, noch lange zusammengesessen, gelacht und erzählt. Die sonnigen Temperaturen und die entspannte Atmosphäre trugen ihren Teil dazu bei, dass viele Besucher noch eine Weile blieben und den Nachmittag gemeinsam genossen.

Ein rundum gelungener Sommertagszug, der einmal mehr zeigte, wie lebendig das Vereinsleben und der Zusammenhalt auf dem Dilsberg sind. Der Winter ist nun endgültig verabschiedet – der Frühling kann kommen.

Text: Nina Rieth/red

B. Sandra Rupp




Frühlingskonzert des Musikvereins: Große Namen und große Emotionen

Bericht von Dilsberg.de 23.März 2026

„Wo die Musik erklingt und wo man gerne singt, laden Euch Freunde ein, zum fröhlich sein. Musik hält die Welt in Schwung, schenkt uns Erinnerung, von Herzen sagen wir: „Danke“ dafür!“.

Mit diesen Worten eröffnete der 1. Vorstand Reinhard Greulich den Abend und hieß die Gäste willkommen. Gemeinsam mit der neu gewählten 2. Vorständin Tina Maurer gestaltete er Begrüßung und Abschluss des Konzertabends. Das Motto: „Große Namen“. Und das Programm wurde diesem Anspruch in jeder Hinsicht gerecht.

Julia Maurer und Valerie Maure moderierten mit Charme und Witz durch einen kurzweiligen Abend und begeisterten das Publikum von der ersten Minute an.

Das Programm bot eine abwechslungsreiche Reise durch die Musikgeschichte – von Verdi über Mozart bis hin zu mitreißenden Filmmelodien wie „Pirates of the Caribbean“. Für stimmungsvolle Gesangsmomente sorgte Anna Briesnitz: Mit „Heal the World“ und „I Will Always Love You“ zog sie das Publikum mit ihrer ausdrucksstarken Stimme in den Bann .

Bei „Ehrenwort“ sprang Lisa Dick kurzfristig für die erkrankte Yvonne Kloß ein und meisterte ihren gemeinsamen Auftritt mit Anna Briesnitz mit Bravour – das Publikum spendete großen Applaus für diese spontane Leistung!

Kurz vor der Pause ehrte der Verein seinen 1. Vorstand Reinhard Greulich für 30 Jahre an der Vereinsspitze. Das Ensemble stimmte das bekannte Stück „Vogelwiese“ an – mit einem eigens umgedichteten Text, der seine drei Jahrzehnte voller Einsatz, Leidenschaft und Vereinstreue auf humorvolle und liebevolle Weise würdigte. Als bleibendes Geschenk überreichte der Verein ihm eine Uhr sowie eine Bilder-Collage, die die gemeinsamen Jahre in Momenten und Erinnerungen festhält. Sichtlich gerührt nahm der Jubilar die Ehrung entgegen.

Als wäre das der perfekte Anlass gewesen, trat Greulich im Verlauf des Abends in dem Lied „BASSt scho`“ gemeinsam mit Günter Ohlhauser ins Rampenlicht. Zwei waschechte „Große Namen“, die als Bassisten mit souveränem Spiel und dem nötigen Augenzwinkern bewiesen, dass im Bass das Fundament jeder guten Musik steckt. Das Fundament freilich – aber wer hält das ganze Gebäude zusammen? Dirigent Walter Nußko natürlich! Mit gewohnter Präzision und musikalischem Gespür führte er die Kapelle durch das anspruchsvolle Programm und bewies einmal mehr , dass ohne den Mann am Taktstock auch der beste Bass nur halb so viel wert ist.

Ein herzlicher Dank galt dem Sportschützenverein, der auch in diesem Jahr wieder die Küche übernahm und die Gäste mit Speisen und Getränken bestens versorgte. Dieses verlässliche Miteinander zweier Vereine ist längst eine Tradition – und trägt wesentlich dazu bei, dass ein solcher Abend weit über die Musik hinaus in bester Erinnerung bleibt.

Nicht zu vergessen das Team an der Bar, das auch noch nach dem Konzert dafür sorgte, dass keine Kehle trocken blieb und der Abend in geselliger Runde ausklang. Für den guten Ton war Maxi Jacobs zuständig, der mit geschultem Ohr jeden Klang im Saal bestens zur Geltung brachte. Ein rundum gelungener Abend, der einmal mehr zeigte: Wenn der Musikverein einlädt, darf man sich auf Großes gefasst machen.

T. Tina Maurer
B. Uschi Hoffmann




Seniorenfeier mit Liselotte von der Pfalz

Bericht von Dilsberg.de 17.März 2026

Ortvorsteher Andreas Erles begrüßte in seiner kurzen Ansprache die ca. 200 Senioren Dilsbergs, die der Einladung des Ortschaftsrates gefolgt waren und wünschte allen Anwesenden gute Begegnungen und Gespräche an diesem Nachmittag. Er wies darauf hin, dass diese Veranstaltung von den Mitgliedern des Ortschaftsrates und deren Partner bestritten wird, die auch die noch zu servierenden Kuchen gebacken haben.

Als besonderen Gast kündigte er Frau Erika Höfer an, die als Liselotte von der Pfalz auftreten werde.  Da der Bürgermeister den gleichzeitig stattfindenden Sommertagszug in Neckargemünd begleitete, überbrachte Bürgermeister-Stellvertreter Max Bernauer die Grüße der Stadt an die – wie er sagte – Junggebliebenen. Er drückte seine Freude darüber aus, dass so viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung des Ortschaftsrates gefolgt waren und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Für die Kirchen sprach dieses Jahr Pfarrerin Franziska Schmidt von der evangelischen Kirche, die auch die Grüße des katholischen Geistlichen, Pater Mathew überbrachte. Die von ihr vorgetragene Geschichte einer Tulpe, die sich nur zögerlich von den Frühlingssonnenstrahlen erwecken ließ, führte zu der Aufforderung an die Anwesenden: Lassen sie sich auch erwecken und erwärmen von der Liebe Gottes und haben Sie Freude am Austausch ihrer Lebensgeschichten und Erfahrungen bei diesem Beisammensein!

Jetzt war es Zeit zur Ermunterung durch Kaffee und Kuchen. Welche Kuchenvielfalt wurde dann den Gästen geboten! Es gab wohl kaum einen Kuchenwunsch, der nicht erfüllt werden konnte.

Als das Klappern der Kaffeetassen und Kuchengabeln beendet war und die fleißigen Bedienungen das Geschirr abgeräumt hatten, erschien Liselotte von der Pfalz in üppigem Tüll und schneeweißer Perücke.

Erika Höfer schilderte das Leben der außergewöhnlichen Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1653–1722), Pfalzgräfin bei Rhein, genannt Liselotte von der Pfalz. Sie war die Tochter von Karl I. Ludwig von der Pfalz und Charlotte von Hessen-Kassel. Im Alter von 18 Jahren wurde sie mit Philippe I. d’Orléans, dem Bruder von Ludwig XIV., verheiratet. Die Ehe galt als unglücklich; von den drei Kindern erreichten zwei das Erwachsenenalter.

Bekannt wurde Liselotte durch die ca. 32 000 von ihr verfassten Briefe, von denen 8000 veröffentlicht worden sind. Sie geben einen selten unmittelbaren Einblick in die Zeit des Sonnenkönigs und machen ihre Persönlichkeit bis heute lebendig. In diesen Briefen drückte sie auch immer wieder ihre Sehnsucht nach der heimatlichen Kurpfalz aus.

Nach einem lebhaften Applaus für die Liselotte spielte dann der Musikverein Trachtenkappelle Dilsberg auf. Im Saal breitete sich auch ob der nun angebotenen kalten Getränke sichtlich Munterkeit aus.

Unterbrochen wurde die Musik durch die Ehrung der ältesten und jüngsten Teilnehmer/innen. Älteste Gäste waren: Bärbel Beisel mit 92 Jahren und Kurt Heger mit 90 Jahren.

Als jüngste wurden gefunden: Renate Hinz mit 65 Jahren und Ralf Giegerich mit 67 Jahren. Alle wurden mit einem kleinen Blumengruß und einer Flasche Wein geehrt.

Die weitere musikalischer Unterhaltung endete dann mit dem Badnerlied, einschließlich seiner speziellen Dilsberger Strophe, die der längst verstorbene Pfarrer Schnellbächer gedichtet hat.

Ortsvorsteher Erles dankte den 15 helfenden Mitgliedern des Ortschaftsrates und deren Angehörigen, für die Organisation des Festes und dem Musikverein für seinen musikalischen Beitrag.

Als Überraschung überreichte schließlich der stellvertretende Ortsvorsteher Ruf ein Weinpräsent an den Ortsvorsteher, als kleinen Dank für die riesige Mühe, die er sich mit der Befragung im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes gemacht hat.

Mit „Bis bald auf Wiedersehen…“  verabschiedete sich der Musikverein, womit die Aufforderung an die Seniorinnen und Senioren verbunden war, sich auf den Nachhauseweg zu begeben, den sie dann mit meist beglückter Miene antraten.

Dilsbergerhof, 16. März 2026                                          

Bilder: Sandra Rupp

T: Walter Berroth/red




Musikverein Ausflug in die Kaiserstuhlregion

Am 2.Tag im neuen Jahr ging es für die Musiker und Partner los zu einem Wochenende in der Kaiserstuhlregion.

Um 8 Uhr war Abfahrt in Dilsberg vor dem Tor. Nach einigen Zustiegen, unter anderem in Wiesenbach und Eschelbronn nahm der Bus Fahrt auf zu unserem ersten Stopp in Rottweil.
An einer Gluhweinhütte mit Lagerfeuer direkt im Ortskern wurde sich gestärkt, bevor jeder in Kleingruppen durch den Ort geschlendert ist.

Danach ging es weiter zum Phono Museum, bei dem wir von Schwarzwalduhren, dem dazugehörigen Handwerk und dem Weg von Phonografen bis hin zur CD erfahren haben.

Gegen 18 Uhr war Ankunft im Hotel und nach dem Abendessen und einen gemütlichen Beisammensein neigte sich auch schon der 1. Tag dem Ende zu.

Samstags ging es nach dem Frühstück los ins Elsass, wo wir bei einer Käseführung mit anschließender Verkostung einiges über Münsterkäse erfahren konnten.

Auf dem Rückweg war ein kleiner Abstecher in dem Ort Kayserberg geplant. Hier wurde Kaffee getrunken, Flammenkuchen gegessen und durch das verschneite Dorf geschlendert.

Nach dem Abendessen im Hotel war Abendprogramm angekündigt.
Ein Teil der Vorstandschaft hat ein Quiz geplant, zu dem die Gruppen bunt gemischt wurden und in 7 Kategorien ihr Wissen unter Beweis stellen konnten.

Über Allgemeinwissen, Musik und Sport ging es zum letzten Fragenblock „Unser Musikverein“. Hier wurden unter anderem die Schätzfragen „Wie viele Wandpanele hat die Tuchbleiche mit Stellwänden“ (-506Stück) und „Wie alt sind alle Musiker am heutigen Tag (03.01.26) die im Jahr 2025 auf der Konzertbühne saßen?“ (-1748Jahre) gestellt.

Am Ende des Quiz gab es eine kleine Siegerehrung, in der die Teams ihre Pokale mit Süßigkeiten gefüllt und die dazugehörigen Medaillen abholen konnten.
Nach Gesprächen, Witzen und dem einläuten der ‚letzten Runde‘ verabschiedeten sich die Musiker auf ihr Zimmer um Energie für den nächsten Tag zu tanken.

   

Am Sonntagmorgen wurden nach dem Frühstück eifrig die Koffer gepackt und es ging los Richtung Heimat.
Zuerst war allerdings noch ein erster Zwischenstopp bei der Sektkellerei Geldermann in Breisach geplant. Hier wurden wir in 2 Gruppen- die Männer bei der Dame und die Frauen bei dem Herrn der Kellerei- aufgeteilt.
Nach der spannenden Führung, in der wir durch die Kellergewölbe geführt wurden, war die Kostprobe dran. Gemeinsam genossen wir ein Glas Sekt, das so gut war, dass auch in den Verkaufsräumen die ein oder andere Flasche erworben wurde.

Nach einem zweiten Stopp in Baden Baden auf dem Weihnachtsmarkt, auf dem wir uns mit Bratwurst, Glühwein und Co. gestärkt hatten, wurde der restliche Weg nach Hause angetreten.

Auf den letzten Metern, nutze unser Vorstand die Gelegenheit und bedankte sich für den gelungen Ausflug und den reibungslosen Ablauf, bei dem alle immer pünktlich abfahrtbereit erschienen sind. Auch unserem Busfahrer wurde herzlicher Dank ausgesprochen, der daraufhin auch direkt das Wort ergriff und sich für die angenehme Fahrt bedankte.

Zum Schluss waren auch wir Musiker dran uns zu bedanken- zum einem bei unserem Busfahrer, für den wir als kleinen Dank den „Hut rumgereicht hatten“ und natürlich bei unserem Vorstand mit Frau, die die Reise so gut geplant haben, dass es für alle ein tolles Erlebnis war!

Die Dankesrede wurde geschlossen mit den Worten „Reinhard, wir freuen uns schon auf den nächsten Ausflug!“

 

Text A.Heinzelmann

Bilder V.Maurer, A.Heinzelmann




Nachtwächter läuten Jahreswechsel ein

Bericht von Dilsberg.de 01. Januar 2026

Auf dem „Berg“ ist immer etwas los. Kaum ist die stimmungsvolle Weihnachtsmeile, die jedes Jahr mehr Besucher in die Feste lockt, vorbei, folgt nach besinnlichen und geruhsamen Festtagen die nächste Veranstaltung:

Der Jahreswechsel mit den Nachtwächtern steht bevor – eine einzigartige, liebgewonnene Tradition. Die Nachtwächter nehmen die Sache ernst, ohne dabei den Humor zu verlieren. Gewissenhaft prüfen sie im Rathaus ein letztes Mal ihre Ausrüstung. Sie kontrollieren die Laternen mit den Kerzen und stellen sicher, dass die schweren Mäntel, die nur in der Silvesternacht zum Einsatz kommen, perfekt sitzen.

Nachtwächter Raphael lässt es sich nicht nehmen, noch einmal bei jedem seiner Kollegen mit der Bürste über den Mantel zu gehen, bis Alles ordentlich aussieht. Die schweren, alten Hellebarden, die nur in der Silvesternacht zum Einsatz kommen, nehmen die Nachtwächter schon mal prüfend in die Hand. Sie liegen sehr kopflastig, und es gilt, ein sicheres Gefühl dafür zu entwickeln, bevor der Rundgang beginnt.

Auch das Nachtwächterlied stimmen die Männer noch einmal an – nichts bleibt dem Zufall überlassen. Bevor sie zum Torturm aufbrechen, ruft die Nachtwächterfotografin Uschi Hoffmann vor dem Rathaus zum Gruppenbild. Im Anschluss machen sich die Mannen auf zum Torturm, wo zahlreiche Einheimische und Besucher sie freudig erwarten.

Der Musikverein Trachtenkapelle, unter der Leitung von Walter Nußko, steht wie jedes Jahr schon bereit, um die Nachtwächter auf ihrem Rundgang zu begleiten.

Punkt Mitternacht, zum Schlag der Turmuhr bläst Dorfwaibel Jens Heinzelmann 12 Mal in das große Nachtwächterhorn und das Nachtwächterlied „Hört ihr Leut und lasst euch sagen“, erklingt. Nahtlos stimmt die Trachtenkapelle mit „Großer Gott wir loben dich“ mit ein. Mit einem kräftigen „Prost Neujahr“ hat dann auch auf dem Dilsberg das neue Jahr begonnen.

Diese Zeremonie wiederholt sich an mehreren Stationen in der Dilsberger Bergfeste. Dabei ist die Station bei Familie Neumann zu erwähnen, die mittlerweile in der dritten Generation bereitsteht, um die Nachtwächter und Musiker zu empfangen und mit Sekt zu versorgen, was somit auch Teil der Dilsberger Silvestertradition ist. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

An der letzten Station bedankt sich Obernachtwächter Jürgen Maurer bei den Besuchern für ihr Kommen. Sie werden dadurch auch Teil dieses Rituals. Sein Dank gilt auch ganz Besonders den Musikern und Musikerinnen ohne die der Nachtwächterumzug nur halb so schön wäre.

Ortschaftsrat Jan Enns übernahm stellvertretend, für Ortsvorsteher Andreas Erles, die Grußworte der Gemeinde.

Zum Abschluss ergriff der Vorsitzende des Musikvereins Reinhard Greulich das Wort. Er gratulierte dem langjährigen Ehrenmitglied der Trachtenkapelle Rudolf Ohlhauser zum 80. Geburtstag. Anschließend erklang das Happy Birthday und alle Anwesenden stimmten mit ein.

So ging dieser Jahreswechsel harmonisch zu Ende und die Nachtwächter wünschen Alles Gute für 2026.

Text: Annette Maurer/red
Bilder: Uschi Hoffmann




Traditionelles Weihnachtsliederspielen mit Trachtenkapelle Dilsberg

Bericht von Dilsberg.de 25. Dezember 2025

Mit Blasmusik in klarer Winterluft zog die Trachtenkapelle Dilsberg am Heiligabend durch den Ort. Beim traditionellen Weihnachtsliederspielen machte sie an sieben Stationen Halt – von der Bergfeste über den Neuhof, die Rainbach und den Dilsbergerhof bis zum Schulhof der Grundschule. Ihr Ziel: Musik zu den Menschen bringen, Nähe schaffen und den Heiligabend gemeinsam einläuten.

Viele begleiteten die Kapelle ein Stück, andere warteten an „ihrer“ Station oder kamen zum Abschluss an der Grundschule dazu. Punkt 11 Uhr erklangen die ersten Weihnachtslieder in der Bergfeste.

Dann bewegte sich der musikalische Zug weiter: über den Ränkelweg…

zwei Stationen in der Rainbach… zunächst „Am Mühlwald“…

anschließend in der Ortsstraße „Am Neckarberg“

weiter in den Dilsbergerhof. Dort postierten sich die Musiker an der Kreuzung beim Brunnen…

und schließlich ging es in die Neuhofer Straße zu Familie Christ.

Die letzte Station war der Pausenhof der Grundschule. Wie an allen Stationen kamen auch hier trotz eisigem Wind zahlreiche Zuhörer herbei, sangen mit oder lauschten still. Mützen und Handschuhe schützten vor der Kälte – besonders die Musiker der Trachtenkapelle, die über Stunden hinweg spielten.

Zur letzten Station auf dem Schulhof der Grundschule an der Graf-von-Lauffen-Halle versammelten sich gegen 14 Uhr rund 200 Menschen: Dilsberger mit Freunden und Familie. Ein Stück blauer Himmel zeigte sich, während die Trachtenkapelle zum Abschluss „Tochter Zion“, „O du fröhliche“ und „Stille Nacht“ spielte. Die Musik schuf eine stimmungsvolle Atmosphäre, die viele als Übergang vom geschäftigen Vormittag in den Heiligabend empfanden.

Im Anschluss hielt Michaela Deichl, Pfarrerin im Ruhestand, eine Weihnachtsandacht zum Thema „Begegnung“. Sie sprach über Erfahrungen aus der Adventsfenster-Zeit: Schritt für Schritt, das Stehenbleiben, das Gespräch, das Gefühl, nicht allein zu sein. Begegnungen, so Deichl, hinterließen Spuren, schenkten Wärme, Hoffnung und Mut. Weihnachten, sagte sie, öffne Türen – zwischen Menschen im Ort und für die Begegnung mit Gott. In einer Zeit, in der das „Ich“ oft laut sei, könne das „Wir“ wieder in den Mittelpunkt rücken. Zusammen mit Annette Maurer las sie die Fürbitten.

Beim Segen fassten die Menschen einander an den Händen. Ein berührender Abschluss. Das Weihnachtsliederspielen bildete zugleich den Abschluss der diesjährigen Adventsfenster-Aktion des Vereins „Dilsberg Aktiv“. In der Adventszeit hatten sich an fast allen Abenden Fenster im Ort geöffnet. Sie luden zum Innehalten ein, boten Gespräche, Rituale wie den Barbarazweig und gemeinsames Erleben. Das 24. Türchen am Heiligabend, eingebettet in das Weihnachtsliederspielen, schloss die Reihe ab.

Katharina Gromann vom Organisationsteam von Dilsberg Aktiv zog ein positives Fazit der Adventsfenster-Aktion. „Der Berg hat gerufen – und die Menschen sind gekommen“, sagte sie. Aus einer einfachen Idee wuchs rasch ein Gemeinschaftsprojekt. Alteingesessene, Zugezogene und Vereine machten mit, die Fenster zeigten sich vielfältig und liebevoll gestaltet. Eine Spendenbox, der „Wunscherfüller“, begleitete die Aktion. Mit den Einnahmen will der Verein Projekte im Ort unterstützen. Noch ist die Box verschlossen, doch Dilsberg Aktiv wird bald über die Verwendung informieren, betonte Gromann und wünschte allen eine „gesegnete Weihnacht“.

Thomas Ruf, stellvertretender Ortsvorsteher, knüpfte daran an. Für einen Moment, sagte er, trete alles in den Hintergrund, was das Jahr über beschäftigt habe. Man höre die Musik, begegne einander und spüre: Weihnachten ist ein Fest, das verbindet – durch Klänge, Nähe und gelebte Traditionen. Er dankte der Trachtenkapelle mit ihrem Dirigenten Walter Nußko und Vorstand Reinhard Greulich für den beständigen Einsatz und Michaela Deichl für die besinnlichen Worte, die Jahr für Jahr einen Moment der Ruhe schenken.

Bei Glühwein und Punsch, ausgeschenkt von Simone Schieler, Lui Jakob und Karlheinz Streib, blieben viele noch beisammen. Man umarmte sich, wünschte frohe Weihnachten und blickte auf die Uhr. „Gleich sehen wir uns ja wieder im Gottesdienst“, sagte Annette Armitter. Das Weihnachtsliederspielen zeigte einmal mehr: In Dilsberg wird Gemeinschaft sichtbar – und gelebt.

T. Mbue

B. Sandra Rupp, BZ & privat




Weihnachtsmeile 2025: Noch größer, schöner, voller (Teil 1 Samstag)B

Bericht von Dilsberg.de 16.Dezember 2025

Die 20. Dilsberger Weihnachtsmeile leuchtete weit über das Neckartal hinaus. Tausende strömten am dritten Adventswochenende in die Gassen der Dilsberger Bergfeste. Dort lockten nicht nur die Marktstände, sondern auch zahlreiche geöffnete Keller der Anwohner zum Entdecken. Mit 35 Ständen stellte die Weihnachtsmeile einen neuen Rekord auf. Noch nie zeigten so viele Aussteller Kunsthandwerk, regionale Spezialitäten und kreative Geschenkideen.

Zwischen Fachwerk, Burgmauern und Lichterglanz machen die Dilsberger Vereine die Weihnachtsmeile seit Jahren zu einem der herausragenden Märkte der Region. Leuchtende Augen und staunende Blicke verrieten, wie vielfältig das Angebot war – weit mehr als ein klassischer Weihnachtsmarkt. Menschen aus nah und fern schätzen diese besondere Mischung aus historischem Ambiente und Dorfgemeinschaft. Viele nutzten den Glühwein-Express, den Bus-Shuttle vom Neckargemünder Bahnhof. So auch ein Ehepaar aus Heidelberg: „Wir kommen jedes Jahr wieder, um die besondere Atmosphäre zu genießen“, sagten sie, bevor sie im Besucherstrom durch die festlich geschmückten Gassen verschwanden. Über 1000 Menschen brachte der Glühweinexpress zur Feste hinauf.

Zur Eröffnung versammelten sich Dilsberger und Besucher dicht aneinander auf dem Dorfplatz. Kräftige Töne aus dem Nachtwächter-Horn ließen aufhorchen. „Hört, ihr Leut’, und lasst euch sagen, die Glock’, die hat vier geschlagen!“, sang Raphael Maier, und die Nachtwächter stimmten ein. Hajo Hoffmann wünschte im Namen der Nachtwächter frohe Festtage und erinnerte daran, auch an alte und kranke Menschen zu denken.

Der Musikverein unter Walter Nußkos Leitung spielte unter anderem „Herbei, o ihr Gläubigen“ und „Tochter Zion“. Dicht standen die Zuschauer beisammen und stimmten spätestens bei „Oh, du fröhliche“ ein.

Ortsvorsteher Andreas Erles begrüßte die Gäste und freute sich besonders über den Besuch von Landrat Stefan Dallinger, Leimens Oberbürgermeister John Ehret und den Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte. Später waren auf der Weihnachtsmeile auch Altbürgermeister Volk und Althoff sowie Neckarsteinachs Bürgermeister Lutz Spitzner unter den Besuchern zu sehen. In seiner Ansprache lobte Erles das große ehrenamtliche Engagement der Dilsberger Vereine, ohne das die Weihnachtsmeile nicht möglich wäre. „Der Dilsberger Markt ist zwar nicht der größte im Rhein-Neckar-Kreis, aber bei weitem der schönste“, so Erles.

Maximilian Bernauer dankte, stellvertretend für den Neckargemünder Bürgermeister, Andreas Erles für die Organisation und Stadträtin Edith Mayer für den Shuttle-Service. Doch ein wichtiger Gast fehlte noch. „Wer könnte das sein?“, fragte Bernauer die Kinder. Die Antwort kam prompt: der Nikolaus.

Nach lautem Rufen erschien er schließlich – begleitet vom Christkind. Fast hätte er seinen Auftritt verpasst, denn er war versehentlich zuerst in Mückenloch gelandet. Christkind Lotta Verhalen wünschte den Menschen mehr Besinnlichkeit in der Hektik des Alltags. Der Nikolaus (Karlheinz Streib) hatte auch Geschenke dabei, die die Kinder mit strahlenden Augen entgegennahmen.

Die Dilsberger Weihnachtsmeile ist längst mehr als ein Markt. Sie ist Treffpunkt für das ganze Dorf und Menschen aus der Umgebung. Über das Kopfsteinpflaster schlendernd, probierten die Besucher frisch gebackene und gebratene Leckereien – süß oder deftig, je nach Geschmack. Bunte Lichter, Kerzen, Plätzchenduft und frisches Tannengrün tauchten die Gassen in eine besondere Atmosphäre. Erstmals war in diesem Jahr auch die Untere Straße Teil der Weihnachtsmeile.

Überall gab es Geschenke zu entdecken: handgestrickte Socken, Honig, Kerzen, Holz- und Bastelarbeiten. Beim Bücherflohmarkt der Katholischen Bücherei bot der Kindergarten Kaffee und Kuchen an. Rund um die Stände wurde geschnackt, probiert und gesungen.

„Der Zusammenhalt hier in Dilsberg ist schon etwas Besonderes, das spürt man deutlich“, schwärmte eine Neckargemünderin. Auch in diesem Jahr verband die Weihnachtsmeile Tradition, Gemeinschaft und vorweihnachtliche Stimmung auf einzigartige Weise. Die Dilsberger Weihnachtsmeile setzte einen Höhepunkt im Advent und erwies sich einmal mehr als Besuchermagnet für die ganze Region.

T. mbue

B. Sandra Rupp




Sankt Martinszug mit Pferd und Singspiel

Bericht von Dilsberg.de 11.November 2025

Dichter Nebel lag über Dilsberg, als sich am frühen Abend der traditionelle Sankt Martinszug in Bewegung setzte. Angeführt wurde der Zug von Anna Münch auf ihrem Pferd. Hinter ihr marschierten die Musikerinnen und Musiker der Trachtenkapelle mit ihren Instrumenten und Notenblättern.

Gefolgt von einer langen Lichterkette aus bunten Laternen – getragen von Kindern, Eltern und Großeltern. Begleitet wurde der Martinsumzug von der Feuerwehr Abt. Dilsberg. Ihr Fackelmeer schenkte Licht und sicherte den Umzug.

Von der Tuchbleiche ging es über den Rosenplatz durch das Burgtor in die Untere Straße. An verschiedenen Stationen hielten die Musiker an und spielten die bekannten Martinslieder – „Ich geh mit meiner Laterne“, „Durch die Straßen auf und nieder“ und „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“.

Von der Unteren ging es vorbei an der Katholischen Kirche und zurück über die Obere Straße Richtung Burgbühne. Denn dort wartete eine Überraschung.

Gleich am Eingang verteilte die Feuerwehr Martinsmännchen und Glühwein sowie Kinderpunsch. Damit versorgt, versammelten sich Eltern und Kinder und nahmen Platz in den Rängen. Es dauerte eine ganze Weile bis alle den Eingang passiert und ein Plätzchen gefunden hatten.

Die Zuschauerbänke füllten sich rasch. Auf der Bühne bereiteten sich indessen die Kinder der Chor-AG der Grundschule auf ihren großen Auftritt vor.

Besonders stolz präsentierte sich das St. Martins-Pferd an der Bühnenseite: Geschmückt mit dem Dilsberger Wappen behielt es bei all dem Trubel die Ruhe.

Das Singspiel „Sankt Martin“ bildete den besonderen Höhepunkt des Abends – gebannt lauschte das Publikum.

Unter Leitung von Andrea Stegmann erzählten die Kinder in Liedern und kleinen Spielszenen die Geschichte des heiligen Martin: Von den römischen Soldaten, die in Frankreich Station machten, bis zu dem Moment, in dem Martin seinen Mantel mit dem frierenden Bettler teilte.

Mit ihren Stimmen und Worten machten die Kinder die bekannte Legende lebendig – ein besonderer Höhepunkt des Abends. Ortsvorsteher Andreas Erles dankte im Anschluss allen Beteiligten, besonders Chorleiterin Andreas Stegmann, die das Singspiel mit den Kindern einstudiert hatte, sowie Markus Gaa von der Burgbühne für seine technische Unterstützung und der Feuerwehr Abt. Dilsberg samt Jugendfeuerwehr für die tolle Unterstützung. Nicht zu vergessen: der Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg mit Dirigent Walter Nußko.

So wurde der Vorabend zum St. Martinstag in Dilsberg zu einem Erlebnis für Groß und Klein. Die bunten Laternen leuchteten weit in den Abend hinein.

T.+B. mbue




Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Dilsberg: Erinnerung als Auftrag für die Zukunft

Bericht von Dilsberg.de 16 . November 2025

Dilsberg gedachte am Volkstrauertag: Chöre, Gebete, Kranzniederlegung – und die Mahnung, Frieden im Alltag zu leben

Am Volkstrauertag versammelten sich die Dilsberger am Ehrenmal in der Burg, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Um 11:45 Uhr begann die Gedenkstunde, begleitet von der Trachtenkapelle des Musikvereins Dilsberg unter der Leitung von Walter Nußko. Die Chorgemeinschaft aus katholischem Kirchenchor und „ChorYFeen“, geführt von Volker Konetschny, sang „Meine Zeit steht in deinen Händen“ und „Verleih uns Frieden“ und schuf eine feierliche Atmosphäre.

Ortsvorsteher Andreas Erles erinnerte in seiner Ansprache an die Geschichte Dilsbergs. Die Mauern der Burg hätten Schutz geboten, jedoch auch Zerstörung erlebt, sagte er. Hinter den vielen Namen auf den Tafeln des Ehrenmals stünden junge Männer aus dem Ort – Menschen mit Hoffnungen und Zukunftsplänen, deren Leben der Krieg ausgelöscht habe. Viele Familien hätten mehrere Angehörige verloren, andere seien heimgekehrt, aber für immer gezeichnet geblieben.

Erles sagte, dass nach dem Krieg viele Flüchtlinge und Vertriebene auf dem Dilsberg eine neue Heimat fanden. Das zeige, dass Mitmenschlichkeit stärker sein kann als die Erfahrung von Zerstörung. Angesichts der aktuellen Krisen weltweit hob er die Bedeutung des Gedenkens hervor. Der Krieg in der Ukraine, die Gewalt im Nahen Osten, die Konflikte im Sudan und anderen Regionen zeigten, wie zerbrechlich Frieden sei. Hass und Hetze gewinnen wieder an Einfluss, wenn niemand sie stoppt. Frieden beginne im eigenen Verhalten – im Denken, Reden und Handeln.

Pfarrerin Franziska Schmidt stellte in ihrer Ansprache die Bedeutung des Erinnerns in den Mittelpunkt. „Erinnerung ist oft unbequem“, sagte sie, „aber unverzichtbar, weil Mitgefühl ohne sie verkümmert – und ohne Mitgefühl kein Frieden entsteht.“ Sie verwies auf die Jahreslosung 2026: „Siehe, ich mache alles neu“ und betonte, dass Erneuerung nicht von allein komme. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bewusste Entscheidung.

Mit Jesu Worten „Selig sind, die Frieden stiften“ erinnerte sie daran, dass Glauben Verantwortung bedeute: für das eigene Handeln, für den Umgang miteinander, für Worte, die aufbauen statt verletzen. Schmidt rief dazu auf, aus der Erinnerung Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Wer die Vergangenheit ernst nehme, schaffe Raum für die Zukunft. Im gemeinsamen Gebet gedachte die Gemeinde der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt – der Verwundeten, Gefallenen, Vermissten, Verfolgten und all jener, deren Seelen bis heute keine Ruhe gefunden haben. Die Pfarrerin bat um Gottes Frieden für die Welt und um neuen Mut für Menschen, die Verantwortung tragen.

Thomas Ruf sprach das Totengedenken. Er erinnerte an die Opfer von Krieg, Gewalt und Verfolgung: Soldaten der Weltkriege, Gefangene, Vertriebene und Menschen, die wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Überzeugung, Behinderung oder geschlechtlichen Identität ermordet wurden. Auch Einsatzkräfte, Terroropfer sowie Opfer von Hass und Rassismus im Inland schloss er ein. „Wir teilen diesen Schmerz mit allen“, sagte Ruf. Er rief dazu auf, Frieden im eigenen Land und weltweit aktiv zu fördern.

Die Freiwillige Feuerwehr Dilsberg legte den Kranz nieder. Abordnungen des Schützenvereins, des Turnerbunds und des Kyffhäuserbunds senkten ihre Fahnen. Ein Moment des Innehaltens für alle, die an diesem Mittag gekommen waren.

Der Musikverein schloss die Gedenkstunde mit dem Stück „Ich hatt’ einen Kameraden“. Zum Abschluss dankte Erles allen Beteiligten und rief dazu auf, Frieden im Alltag zu stärken.

Text: mbue
Bilder: BZ




Pfingsten im Burggarten und über den Wolken mit Eröffnung des Kirchencafés

Bericht von Dilsberg.de 10. Juni 2025

Erwartungsfroh, gut gelaunt und bei schönem Wetter versammelten sich etwa 120 Gäste, nicht nur aus Dilsberg, am Pfingstmontag zum Berggottesdienst im Burggarten.

Einige Menschen, die bei Michaela Deichls Abschiedsgottesdienst nicht dabei gewesen waren, hatten ihr Kommen angemeldet, um diesen vorerst letzten Gottesdienst mitzufeiern. „Willkommen also zu meinem zweiten Abschiedsgottesdienst. Das ist dann aber wirklich der letzte“, begrüßte Pfarrerin Deichl mit einem Schmunzeln, drückte aber auch ihre Freude über die zahlreichen Gäste aus.

Wie es Tradition ist, übernahm auch in diesem Jahr wieder der „Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg“ unter Leitung von Walter Nussko die musikalische Begleitung. Das Lied „Eventide“ mit Sommerstrophen stimmte in den Gottesdienst ein.

Gottesdienst und Predigt standen im Zeichen des bekannten Liedes „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Anna Briesnitz und Yvonne Kloss, deren Stimmen wunderbar harmonieren, sangen die Strophen, alle anderen fielen beim Refrain mit ein. Eigens für den Gottesdienst war das Lied vom Musikverein einstudiert worden.

In der Predigt ging es um die Sehnsucht, die viele von uns kennen: einmal Abstand gewinnen, Sorgen und Ängste klein werden lassen – abheben, fliegen. Das Lied nimmt diese Sehnsucht auf: dass die Dinge, die uns am Boden halten, nichtig und klein werden und wir so Freiheit gewinnen können, unser Leben zu gestalten. Bleibende Unterstützung gibt es, denn an Pfingsten kommt Gottes Geist zu uns.

Er trägt uns in der Angst, aber er stärkt auch unsere Freude und Zuversicht. Wie das Flugzeug hinter den Wolken verschwindet, wir aber noch das Brummen der Motoren hören, so ist auch Gott spürbar, wenn wir ihn nicht sehen. Und wie bestellt flog in diesem Moment ein Flugzeug über die Bergfeste und machte die Predigtgedanken greifbar.

Im Fürbittgebet wurden die Predigtgedanken noch einmal aufgenommen. Das anschließende allseits beliebte irische Segenslied wurde sich als Wunsch zugesungen: „…und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.“

Es war ein lebendiger, berührender Gottesdienst im Freien, mit Sonne, Vogelzwitschern und der leisen Kraft im Herzen, die Pfingsten verspricht: Gottes Geist ist da. Wir können mit dem Herzen abheben und mit beiden Füßen im Leben stehen. Mit dem Wunsch für diesen Tag, dass Gott uns hält, trägt und verbindet, endete die Predigt. Und diese Verbundenheit mit Gott und untereinander wurde auch beim Segen spürbar, als Pfarrerin Deichl dazu aufforderte, sich dabei an den Händen zu halten.

Zum Ausklang des Gottesdienstes sangen die beiden MV-Solistinnen „Die Rose“ – ein versteckter Hinweis darauf, dass das Traditionsstück „Rose von Dilsberg“ in diesem Jahr wieder auf der Burgbühne aufgeführt wird.

Wegen des Rücktransports der Bierbänke bat Deichl die Besucherinnen und Besucher, einerseits zu warten, bis die Bänke wieder vorne an der Kirche sind und andererseits, wenn möglich auch Bänke gleich mitzunehmen. Der Satz: „Wer eine Bank trägt, ist natürlich auch zuerst vorne“, löste ein Lachen aus und leidenschaftlich wurden die Bänke daraufhin an ihren Bestimmungsort getragen.

Gut vorbereitet waren die fleißigen Helferinnen und Helfer des Fördervereins der ev. Kirche auf den nun einsetzenden Ansturm der Gäste.

Neben gut gekühlten Getränken waren die schon traditionellen Weißwürste mit frischen Brezeln genauso in Angebot, wie heiße Wurst und Käse-Laugen-Stangen.

Viele Gäste wollten den Gottesdienst bei einem Imbiss auf der Terrasse vor der Kirche ausklingen lassen. Alle liebevoll geschmückten Sitzplätze und Stehtische waren bis auf den letzten Platz belegt.

Auch die großartige und vielfältige Kuchentheke wurde für den „Nachtisch“ genutzt. Die gespendeten hausgemachten Kuchen von vielen Unterstützern des Fördervereins fanden reißenden Absatz. Der herrliche Platz, das kulinarische Angebot, Getränkeauswahl und die Gemeinschaft luden zum Verweilen ein.

Kaum war der Essensandrang bewältigt, stand am Nachmittag die offizielle Eröffnung des Kirchencáfes an. Das heißt, dass Mitglieder des Fördervereins mit weiteren Helferinnen und Helfer nun in den Sommermonaten bei schönem Wetter, alle zwei Wochen sonntags eine Bewirtung mit kleinen Speisen und diversen Kuchen auf der herrlichen Kirchenterrasse anbieten. Einheimische und Gäste sind hier jederzeit willkommen.

Auf Einladung des Fördervereins fanden sich zum Eröffnungsakt MdL Dr. Albrecht Schütte, Bürgermeister Jan-Peter Seidel, der stellv. Ortsversteher Thomas Ruf und Malin Hussy, in Vertretung von Herrn MdB Lars Castellucci und MdL Jan-Peter Röderer, ein. Da die 1. Vorsitzende des Fördervereins, Karin Ullrich-Brox, verhindert war, wurde die offizielle Eröffnung in diesem Jahr von deren Stellvertreter, Ernst Merdes, vorgenommen. In seiner Ansprache lobte er das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Fördervereins im Vorfeld und bei den nun anstehenden Terminen des Kirchencàfes. Die vielen Rückmeldungen zeigten, dass ein solches Angebot auf diesem idyllischen Platz vor der Kirche,  gerne von Gästen angenommen wird.

Im Namen der Ehrengäste dankte der stellv. Ortsvorsteher Thomas Ruf, dem Förderverein für dessen aktiven Beitrag für die Belebung des Ortes und dessen Verdienst für die Gemeinschaft. Zur Feier des Tages spendierte der Förderverein allen, die zur Eröffnung gekommen waren, ein Gläschen Sekt, um auf eine gute Kirchencàfe-Saison anzustoßen.

Text: E. Merdes / mdei
Bilder: bz / Kirchenkaffe: M. Nohe-Weinert